„Syria united“ siegt im Siebenmeterschießen

Klasse 8g gewinnt dieses Jahr beim „Schule-ohne-Rassismus“-Fußballturnier

Siegtreffer war dieser entscheidende Siebenmeter in einem spannenden Turnier. (Fotos: Mendler)

Finale: Es sind noch 20 Sekunden zu spielen. „Syria united“ greift ein letztes Mal an. Ein Spieler treibt den Ball auf der linken Seite nach vorne und passt gefühlvoll in die Mitte – Torschuss – Glanzparade des Torhüters von „Oreo“. Aus! Aus! Das Spiel ist jetzt aus! 1:1 unentschieden! Es geht also nach einem dramatischen Finale in das Siebenmeterschießen.

Die Spielerinnen und Spieler sammeln sich um den Siebenmeterpunkt. Drei Schützen pro Team treten der Reihe nach an. Nachdem „Syria united“ zweimal getroffen und „Oreo“ einmal verschossen hat, liegt nun der ganze Druck auf „Oreos“ Schützen. Er läuft an: Schuss mit dem Innenrist: Gehalten! Die Spieler von „Syria united“ stürzen sich freudentaumelnd auf ihren Torhüter. „Syria united“ ist der neue „Schule-ohne-Rassismus“-Fußballturniersieger 2015 und die Schülerinnen und Schüler der 8g liegen sich in den Armen und feiern ausgiebig ihren Triumph, die beste Mannschaft des achten Jahrgangs der Gesamtschule Leverkusen Schlebusch zu sein.

In der abschließenden Siegerehrung wird „Syria united“ von den Turnierhelfern aus der Oberstufe zu den Klängen des Songs „Ein Hoch auf uns“ der „SoR“-Wanderpokal überreicht. Den Fair-Play-Preis vergeben die Schiedsrichter den Spielerinnen und Spielern von „Oreo“. Zudem erhält „GAYmaika“ den Länderpreis für das informativste Plakat. Den Preis für die schönsten Trikots gewinnt „Indien Empowerment“.

Die Schüler der achten Klassen setzten sich im Vorfeld des Turniers mit dem Thema Diskriminierung auseinander und starteten mit ihren Lehrern etliche Projekte dazu. Ziel war es mit den Projekten, Courage gegen Diskriminierung zu zeigen, um so dem Anspruch einer Schule ohne Rassismus (SoR) gerecht zu werden. Die Klassen wählten dazu eine Bevölkerungsgruppe aus, die in einem Land dieser Erde diskriminiert wird.

Als Zeichen der Unterstützung für die diskriminierten Menschen gestalteten die Schüler eigene Trikots, auf denen sie ihre Botschaft gegen Diskriminierung deutlich machten. Mit dieser Botschaft auf der Brust traten sie beim „Schule ohne Rassismus“-Fußballturnier an. Zuvor beschäftigten sie sich näher mit ihrer Bevölkerungsgruppe, indem sie sich über die Kultur und Geschichte der Menschen informierten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Der Fußball motiviert die Schüler und aus dieser Motivation heraus entstanden tolle Projekte rund um das Thema Diskriminierung“, berichtete der Klassenlehrer Gerhard Hoffmann.

Neben den Trikots gestalteten die Klassen zudem ein Plakat, das am Turniertag präsentiert wurde. Durch die informativen und bunt illustrierten Plakate kam zusätzlich Farbe ins Spiel. „Wir treten für die farbigen Menschen an, die in den USA diskriminiert werden.“, erklärte eine Schülerin der 8a. Dieses Jahr setzten sich die Klassen mit folgenden Namen für folgende Bevölkerungsgruppen ein:

8a.  „Black Power“: Schwarze, die in den USA diskriminiert werden

8b.  „Oreo“: Schwarze, die in Südafrika diskriminiert werden

8c.   „Russian rainbow“: Homosexuelle, die in Russland diskriminiert werden

8d.  „SoR Brazil“: Schwarze, die in Brasilien diskriminiert werden

8e.   „Indien Empowerment“: Frauen, die in Indien unterdrückt werden

8f.   „GAYmaika“: Homosexuelle, die in ihrem eigenen Land diskriminiert werden

8g.  „Syria united“: Frauen, die in Syrien diskriminiert werden

Die Lehrer setzten sich als Team „Charlie Hebdo“ für Meinungsfreiheit auf aller Welt ein.

Das Leitmotto des SoR-Fußballprojektes ist „Tore öffnen Tore!“ und die Idee dazu hatte vor vier Jahren Stefan Mendler, der auch dieses Jahr die Organisation des Turniers zusammen mit Felix Lang leitete. Eine Idee, die auch bei den Schülern ankommt, wie die vielen positiven Reaktionen zeigten. „Wir haben uns heute beim Turnier für syrische Frauen eingesetzt, die in ihrem Land diskriminiert werden. Es hat nicht nur Spaß gemacht für die syrischen Frauen zu spielen, ich weiß jetzt auch noch mehr über das Thema“, so eine Schülerin der 8g.

Das SoR-Fußballturnier wurde von Oberstufenschülerinnen und Schüler geleitet. Sie waren für die Musik verantwortlich (DJ´s), sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Turniers (Turnierleitung), bewerteten die Plakate und Trikots (Bewerter), unterstützten die Klassenlehrer (Aufsicht), trugen die Spielergebnisse in ausgehängte Listen ein (Checker), und pfiffen die Spiele (Schiedsrichter). Zudem waren die Schul-Sanitäter anwesend, die Technik-AG kümmerte sich um die Beschallung der Halle und die SV informierte über Pegida.

Nach der Veranstaltung freute sich Stefan Mendler über den reibungslosen Ablauf: „Insgesamt war es wieder ein tolles Ereignis für alle Beteiligten und mich persönlich freut es natürlich, dass das SoR-Turnier mittlerweile fest im Schulleben verankert ist und auf solche eine positive Resonanz trifft. Deshalb geht der Dank an alle, die am SoR-Fußballprojekt mitgewirkt haben! Bis zum nächsten Jahr!“.

 

Weitere Bilder von der Veranstaltung gibt es in der Galerie