Entwicklungshilfe dank „Killerbienen“

Reges Interesse am Infoabend über neues, erfolgreiches Bienenprojekt der GLS in Nicaragua

Erfolgreiche Kooperation: Das Bienen-Projekt der GLS und der Verein „Horizontes“.

Fünf Jahre ist es her, als sich Schüler des Projekts „Mit Bienen in die Zukunft“ der Gesamtschule Schlebusch dazu entschlossen haben, ihre Arbeit auch global auszuweiten. In Kooperation mit der Eine-Welt-Initiative „Horizontes“ wurden 2013 alle wichtigen Kontakte und Voraussetzungen geschaffen, um die Pläne auch in die Tat umzusetzen.

Am Rande von Chinandega, der Partnerstadt Leverkusens, übt sich seitdem die Kleinbäuerin Antonia Najeraz im Umgang mit Bienen. Zum Hauptziel wurde es, sie zur selbständigen Imkerin auszubilden, damit sie langfristig mit dem Ertrag aus dem Verkauf des Honigs das Einkommen ihrer sechsköpfigen Familie aufbessern kann. Dass dies ungleich schwerer ist als im entfernten Europa, erklärt sich allein schon daraus, dass in Mittelamerika erschwerte Bedingungen zum Start in die Imkerei herrschen: Das liegt vor allem an der Ausbreitung der oft als „Killerbiene“ bezeichneten Variante unserer Honigbienen.

Nun war es endlich soweit, dass das Team mit einem Infoabend in der GLS eine erste Zwischenbilanz der Öffentlichkeit in der gut gefüllten Aula vorstellte. Zum Auftakt begeisterten Schüler mit ihrem eigens zum Abend komponierten Gitarrensong ihre Zuhörer. Höhepunkt war aber dann der anschauliche Dokumentationsbericht von Kim Klein und Johanna Kirschke-Biller, die ihre Zeit zwischen dem Abitur und dem Studienbeginn mit einem Jahrespraktikum in der Entwicklungshilfe überbrückt haben. Mit eindrucksvollen Videoaufnahmen führten sie dem staunenden Publikum vor Augen, dass die Imkerei mit Killerbienen sehr wohl von Erfolg gekrönt sein kann. Reinhold Glüsenkamp, der Projektleiter, lobte deren Einsatz: „Auch Kim und Johanna haben mit ihrer Unterstützung unseres Projekts ganz entscheidend dazu beigetragen, dass die Ausbildung der Kleinbäuerin eine so erfreuliche Entwicklung genommen hat.“ Von Applaus begleitet überreichten die Schüler zwei Zertifikate des Weltdekadeprojekts.

Wie soll es in Nicaragua aber nun weitergehen ohne Kim und Johanna? Auch in dieser Angelegenheit haben sich die beiden vorausschauend verdient gemacht. Noch vor ihrer Abreise haben sie dafür gesorgt, dass Mynor Espinosa, der Sohn des Ehepaars, das vor Ort das Projekt koordiniert, ihre Arbeit weiterführt.

Auch die Frage, wie das alles zu finanzieren sei, gab es an diesem Abend eine Antwort: mit den eigenen Mitteln aus der Projektkasse. Und die füllt sich nicht nur mit Spenden, sondern vor allem durch den Erlös der eigenen Projekt-Erzeugnisse. Stolz und glücklich zugleich überreichten die Projektsprecher Tim Hausmann und Lena Virnich den mittlerweile zweiten Scheck an den Kooperationspartner „Horizontes“, um das Projekt weiter voranzubringen.

Den Abschluss des Abends bildeten verschiedene Stationen rund um die Themen Bienen, Artenschutz und Entwicklungshilfe. Hier nutzten viele Besucher die Gelegenheit zum intensiven Informationsaustausch. Und für den Heimweg gab es für alle Gäste noch Äpfel – als symbolisches Geschenk der Bienen, wie Reinhold Glüsenkamp erklärte: „Schließlich sichern uns Bienenfleiß und Bestäubungsdienste den allergrößten Teil unserer Obsternten.“

Weitere Infos einschließlich unserer Videodokumentation aus Nicaragua: www.mit-bienen-in-die-zukunft.de

Einen eigenen Song komponierten Nils und Denijel für den Info-Abend.