Fantasievoller und tiefgründiger „Kunst-Stoff“

Schlebuscher Oberstufen-Kunstschüler präsentierten ihre Werke im „Sensenhammer“

Alles Abfall? Aus vermeintlichem Müll schufen die Schüler Kunst. (Fotos: Ohrndorf)

Der Titel der Ausstellung war bewusst doppeldeutig gewählt: „KunstStoff“ – das heißt, dass einerseits Plastikabfall zur Kunst und andererseits, dass eigentlich alles zum „Stoff“, also zum Gegenstand von Künstlern werden kann. Nachwuchskünstler unserer Schule, genauer gesagt Schülerinnen und Schüler der Leistungs- und Grundkurse des 12. und 13. Jahrgangs, zeigten jetzt in einer gemeinsamen Ausstellung ihre vielfältigen und fantasievollen Arbeiten im Schlebuscher „Sensenhammer“ unter dem bereits genannten Titel „KunstStoff“.

In der alten Schlosserei im Industriemuseum hatten die Kunstschülerinnen und -schüler gemeinsam mit ihren Kunstlehrerinnen Corina Ohrndorf, Esther Kienzler und Sarah Litzinger die gemeinsame Ausstellung konzipiert und das war im Vorfeld natürlich mit viel Aufregung und Arbeit verbunden. „Was genau wohin kommt, war nicht immer leicht zu entscheiden, aber wenn man das Ergebnis sieht, weiß man, dass die Mühe nicht vergebens war“, erzählt Lehrerin Corina Ohrndorf lachend. Ihre Schülerinnen und Schüler hatten aufwendige Installationen und Skulpturen, sogar Kleider aus Plastik geschaffen. Dabei ging es nicht nur darum, aus vermeintlichem Abfall Kunst zu schaffen, sondern auch sich kritisch mit der gesellschaftlichen Bedeutung des verwendeten Materials auseinanderzusetzen.

So zeigen die Schülerarbeiten auch die Schattenseiten unserer Konsumgesellschaft und thematisieren die Umweltgefahren, die durch den massenhaften Müll entstehen. „Wir werfen so vieles so achtlos weg und verdrängen dabei, dass uns alles irgendwann wieder einholt“, erklärt beispielsweise der Abiturient Jonas Jüngling seine von ihm geschaffene Kunststoff-Skulptur. Tiefgründig und sensibel waren auch die Themen der anderen Kurse gewählt: „Orte der Erinnerung“, „Seelenspiegel“ und „Individualität und Inszenierung“. Ambitioniert verarbeiteten die Bilder von Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses von Sarah Litzinger unter dem Titel „Kein Held, kein Täter, kein Sieger“ Themen wie Gewalt gegen Frauen, Flüchtlinge und allgemeines Wegsehen angesichts der Allgegenwart des Schreckens des Krieges.

Die Besucher der Vernissage zeigten sich allgemein begeistert von den Schüler-Werken und darüber freuten sich nicht nur die Schüler, sondern auch Lehrerin Corina Ohrndorf: „Das ist natürlich eine einmalige Gelegenheit, in einer solchen Location ausstellen zu dürfen. Das motivierte alle nochmals zusätzlich, denn es ist natürlich ein ganz besonderer Ansporn, seine Kunst in einer richtigen Ausstellung präsentieren zu können.“