Faire Pausen-Snacks zu fairen Preisen

Das Weltcafé „Nebenan“ ist auch in neuer Räumlichkeit weiterhin beliebter Treffpunkt

Regen Zuspruch findet das vielseitige Angebot im Weltcafé „Nebenan“. (Fotos: Krause)

Eine ganz gewöhnliche Mittagspause an der Gesamtschule Leverkusen Schlebusch: Denis Zajcev (8g) steht hinter der Theke und bedient seine Kundschaft. Doch mit deren Bestellung muss er sich ein wenig gedulden, denn den drei Schülern fällt die Entscheidung nicht ganz leicht. Kein Wunder, bietet das reichhaltige Sortiment doch eine ziemlich große Auswahlmöglichkeit. Im Hintergrund sitzen in dem gemütlich eingerichteten Raum mehrere Schülerinnen und Schüler an Tischen, verzehren ihre gerade erworbenen Snacks und unterhalten sich angeregt. An einem anderen Tisch sind Schüler in ihr Gesellschaftsspiel vertieft, während Rulle Schreiber (8b) an einem Schrank steht und Hefte sowie Stifte einsortiert.

Jeder, der das Weltcafé „Nebenan“ betritt, fühlt sich hier direkt wohl und das hat seinen Grund – vielmehr gleich mehrere Gründe. „Ich komme einfach gerne hier hin, es gibt leckere Sachen und ist dennoch nicht überfüllt, dabei aber sehr günstig“, meint eine „Kundin“. Doch das Besondere am Weltcafé ist vor allem, dass alle verkauften Produkte fair gehandelt sind. Neben nützlichen Schulutensilien wie Heften, Patronen, Bleistiften und Geo-Dreiecken gibt es hier allerlei Leckereien wie Maniok-Chips, Schoko-Cookies, Bonbons und O-Saft – und das alles fair gehandelt. Doch was heißt das eigentlich – „fair trade“?

Kurz gefasst: Als fairer Handel (englisch fair trade) wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte meist ein von Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird. Damit soll den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. In der Produktion sollen außerdem von den Organisationen vorgeschriebene Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Kurzum: Es wird dafür gesorgt, dass die Menschen, die die Produkte herstellen, werden „fair“ behandelt, was leider sonst – besonders in den so genannten Entwicklungsländern – nicht der Fall ist.

Geleitet wird das Weltcafé von Schülerinnen und Schülern der „Welt-AG“ und es gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Schullebens. Seit dem zweiten Schulhalbjahr ist das Weltcafé an einem neuen Standort zu finden: Denn durch die Einrichtung einer neuen Klasse am bisherigen Standort ist man einen Raum weiter gezogen, daher auch der neue Name „Nebenan“. „Natürlich ist so ein Umzug auch immer eine Herausforderung, aber wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Raum und das vor allem, weil er weiterhin sehr gut von Schülerinnen und Schülern angenommen wird“, erklärt Pia Barton. Sie gehört neben Marlies Singendonk und Heiner Kockerbeck zu den Lehrkräften, die das Weltcafé organisieren.

Bei der Arbeit rund ums Weltcafé können sie sich auf die zahlreichen tatkräftigen Helfer – wie z.B. Denis Zajcev (8g) – verlassen: „Ich arbeite einfach gerne hier, man trifft sich mit Freunden in netter Atmosphäre, hat gemeinsam Spaß und schließlich ist das Ganze ja auch noch für einen guten Zweck.“

Denn die Gewinne des Weltcafé kommen den Solidaritätsprojekten der Gesamtschule Schlebusch zugute. Seit vielen Jahren unterstützt die Welt-AG die Partnerschule der GLS in Nicaragua und Hilfsprojekte im westafrikanischen Burkina Faso. „Es ist einfach ein gutes Gefühl, sich für andere einzusetzen, denen es nicht so gut wie uns geht und jeder kann dafür einen kleinen Beitrag leisten“, meint Rulle Schreiber (8f), der zusammen heute mit Denis „Dienst“ hat. „Das Engagement der Schülerinnen und Schüler ist schon beeindruckend und für uns eine große Hilfe“, freut sich Pia Barton über deren Einsatzbereitschaft und ihr Kollege Heiner Kockerbeck betont, dass Interessierte jederzeit herzlich willkommen seien: „Wer Lust hat, auch mal mitzuarbeiten, soll uns einfach ansprechen oder in den Mittagspausen im Weltcafé vorbeischauen.“

Das Weltcafé befindet sich übrigens im Erdgeschoss im Raum 4014 und ist jeweils in den Mittagspausen geöffnet. Weitere Informationen zu den Hilfsprojekten gibt es unter folgendem Link:

http://www.horizontes-leverkusen.de.