„mUS.lime“ siegt in einem hochklassigen Finale

 Die Klasse 8f gewinnt das diesjährige „Schule-ohne-Rassismus“-Fußballturnier

Ausgelassener Jubel: Das Team der 8f feierte den verdienten Sieg des Turniers. (Fotos: Mendler)

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Finale: Das Spiel ist drei Minuten alt. Das Team „mUS.lime“ greift über die rechte Seite an,  ein gefühlvoller Seitenwechsel, der Ball wird volley nach innen gebracht, der Spieler bringt den Ball im Rutschen auf das Tor, der Torhüter der Mannschaft „be black or suffer!“ streckt sich vergebens und dann zappelt der Ball im Netz: Tor! 1:0 für die die vermeintlichen Underdogs.

Beide Mannschaften traten in der Gruppenphase schon einmal gegeneinander an. Da behielt „be black or suffer!“ mit 2:0 die Oberhand. Wie wird der vermeintliche Favorit auf diesen Rückstand reagieren?

In der Folge kommt der Favorit immer besser ins Spiel und bringt „mUS.lime“ mit wütenden Angriffen immer mehr in Bedrängnis. Der Ausgleich will aber nicht fallen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Kurz vor Ende der Spielzeit erhöht „mUS.lime“ mit einem überragenden Freistoß unter die Latte auf 2:0. Die Messe ist gelesen. In letzter Sekunde fällt sogar noch das 3:0. Und der Rest ist grenzenloser Jubel beim Sieger-Team, während die Mannschaft von „be black or suffer!“ sich als gute Verlierer zeigt und den Siegern fair gratuliert.

Das Spiel um Platz drei wurde im Siebenmeterschießen entschieden.

„mUS.lime“ ist der neue „Schule-ohne-Rassismus“-Fußballturniersieger 2017 und die Schülerinnen und Schüler der 8f liegen sich in den Armen und feiern ausgiebig ihren Triumph.

Nach eigenen Ideen gestalteten die Schüler die Trikots für das Turnier.

 

Die Siegerehrung: Vier Preise werden vergeben

In der abschließenden Siegerehrung wird „mUS.lime“ von den Turnierhelfern aus der Oberstufe der „SoR“-Wanderpokal überreicht. Den Fair-Play-Preis vergeben die Schiedsrichter den Spielerinnen und Spielern von „Brasi.legal“. Zudem erhält „be black or suffer!“ den Länderpreis für das informativste Plakat. Den Preis für die schönsten Trikots gewinnt „unicorns of love“.

Volle Unterstützung gab es für das eigene Team von der Tribüne aus.

Die Idee des SoR-Fußballprojektes:

Die Schüler der achten Klassen setzten sich im Vorfeld des Turniers mit dem Thema Diskriminierung auseinander und starteten mit ihren Lehrern etliche Projekte dazu. Ziel war es, mit den Projekten Courage gegen Diskriminierung zu zeigen, um so dem Anspruch einer Schule ohne Rassismus (SoR) gerecht zu werden. Die Klassen wählten dazu eine Bevölkerungsgruppe aus, die diskriminiert wird und für die sie sich einsetzen wollen.

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Die Preisverleihung wurde durch Oberstufenschüler organisiert.

Als Zeichen der Unterstützung für die diskriminierten Menschen gestalteten die Schüler eigene Trikots, auf denen sie ihre Botschaft gegen Diskriminierung deutlich machten. Mit dieser Botschaft auf der Brust traten sie beim „Schule ohne Rassismus“-Fußballturnier an.

Das Lehrer-Team: Vor dem Spiel wird sich noch einmal gegenseitig motiviert.

Zuvor beschäftigten sie sich näher mit ihrer Bevölkerungsgruppe, indem sie sich über die Kultur und Geschichte der Menschen informierten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Der Fußball motiviert die Schüler und aus dieser Motivation heraus entstanden tolle Projekte rund um das Thema Diskriminierung“, berichtete der Klassenlehrer Metin Yavuz.

Volles Haus herrschte den gesamten Vormittag in der Sporthalle.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen Courage

Neben den Trikots gestalteten die Klassen zudem ein Plakat, das am Turniertag präsentiert wurde. Durch die informativen und bunt illustrierten Plakate kam zusätzlich Farbe ins Spiel. „Wir treten für die homosexuellen Menschen an, die in Russland diskriminiert werden“, erklärte eine Schülerin der 8c.

Dieses Jahr setzten sich die Klassen mit folgenden Namen für folgende Bevölkerungsgruppen ein:

„mission inclusion“ (8a): Einsatz für Kinder mit Förderbedarf

„be black or suffer“ (8b): Unterstützung von Albinos, die in Afrika unterdrückt werden

„unicorns of love“ (8c): Homosexuelle Menschen, die in Russland benachteiligt werden

„Brasi.legal“ (8d): Solidarität für Menschen, die in Brasilien diskriminiert werden

„Freedom Jesiden“ (8e): Einsatz für Menschen jesidischen Glaubens

„mUS.lime“ (8f): Botschaft gegen das Einreiseverbot von Muslimen in die USA

„Kindersoldaten in Kongo“ (8g): Courage gegen Kindersoldaten im Kongo

Die Lehrer setzten sich mit ihrem Namen „Frauenpower“ für die Gleichberechtigung allgemein und die berufliche Gleichbehandlung von Frauen in Deutschland ein.

„Tore öffnen Tore!“ Das Leitmotto des Projektes:

Das Leitmotto des SoR-Fußballprojektes ist „Tore öffnen Tore!“ und die Idee dazu hatte vor sechs Jahren Stefan Mendler, der auch dieses Jahr die Organisation des Turniers leitete.

Eine Idee, die auch bei den Schülern ankommt, wie die vielen positiven Reaktionen zeigten. „Wir haben uns heute beim Turnier für die Jesiden eingesetzt, die vor allem im Irak benachteiligt werden. Es hat nicht nur Spaß gemacht, für die Jesiden zu spielen, ich weiß jetzt auch noch mehr über das Thema“, so eine Schülerin der 8e.

Das Rund-Um-Sorglos-Paket: Schüler helfen mit!

Das SoR-Fußballturnier wurde von Oberstufenschülerinnen und Schülern geleitet. Sie waren für die Musik verantwortlich, sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Turniers, bewerteten die Plakate und Trikots, unterstützten die Klassenlehrer, trugen die Spielergebnisse in ausgehängte Listen ein und leiteten als Schiedsrichter die Spiele.

Zudem waren die Schul-Sanitäter anwesend, die Technik-AG kümmerte sich um die Beschallung der Halle und die angehenden Abiturienten verkauften Kaffee und Kuchen.

Unterstützung für eine gute Sache:

Die Schulleitung unterstützte das Projekt, indem sie die Geschenkgutscheine für die vier Preise bezahlte, die am Turniertag ausgegeben wurden. Zudem sponserte der Förderverein die Textilfarbe, womit die Trikots gestaltet wurden.

So waren am Ende des Turniertages nicht nur alle beteiligten Klassen, die Zuschauer und Lehrer, sondern auch die Organisatoren mehr als zufrieden, so dass sich Stefan Mendler bei allen für ihr außerordentliches Engagement bedankte: „Vielen Dank an alle, die ihren Beitrag beim SoR-Fußballprojekt geleistet haben. Euer Einsatz hat sich gelohnt, so dass ich mich jetzt schon auf das nächste Jahr freue.“