Mein Flug ging früh morgens von Köln nach London, und dann von London nach Halifax, Kanada. Wir Austauschschüler von der Organisation Ayusa Intrax haben uns in London am Flughafen getroffen und sind von dort aus als Gruppe weiter geflogen. Der Flug hat ca. 12 Stunden gedauert und dann ging es noch drei Stunden mit dem Auto nach Woods Harbour weiter, wo ich nun wohne.

Die ersten Tage waren etwas unheimlich; man lebt im Haus von wildfremden Menschen, die man vorher noch nie gesehen hat, vielleicht mal auf Fotos oder noch nicht einmal das. Bei mir hat es einige Tage gedauert, bis ich mich an die Menschen und die Situation gewöhnt hatte.

Ich bin nun seit sechs Wochen auf Nova Scotia, einer Halbinsel im Osten von Kanada, wo man Englisch spricht. Die Menschen hier, und vor allem meine Gastfamilie, sind super nett. Hier ist es ganz anders als in Deutschland, viel weitläufiger. Es fahren keine Linienbusse und die nächste größere Stadt ist eine Autostunde entfernt. Deshalb wird auch viel von der Schule organisiert.

Das Schulsystem ist etwas anders, gefällt mir persönlich aber sehr gut. Man hat nur vier Kurse, die man zum Teil wählen darf, diese Kurse hat man dann jeden Tag. Ich persönlich hatte in der Schule bis jetzt noch keine Probleme. Die Tests, die wir geschrieben haben, sind alle gut ausgefallen und das Reden fällt einem auch viel leichter, wenn man erst mal hier ist. Die Kommunikation und die Schule sind also kein Problem.

Wir haben schon viel unternommen. Wir waren zum Beispiel in einem Sommercamp, auf einem Bootsausflug zu einer Insel, hatten einen Schultanz, Homecoming, Festivals, den Red and Grey Day (Schulfeier), und noch viele weitere Sachen sind geplant. Wir erleben hier tagtäglich Neues und darum hat man eigentlich auch nicht das Problem, Heimweh zu bekommen. Ich freue mich schon auf die restlichen Monate hier und kann wirklich nur jedem ans Herz legen, auch einen Austausch zu machen. Es ist einfach eine tolle Erfahrung, die einen bereichert, und die man jetzt gut in unserem Alter machen kann. Später hat man immer zu viel zu tun, außerdem macht es sich auch gut in einer Bewerbung.

In meiner Gastfamilie leben noch zwei andere Austauschschülerinnen, eine kommt aus Vietnam und die andere aus Kolumbien. Dadurch habe ich die Möglichkeit, auch noch andere Kulturen und Gebräuche kennenzulernen - das empfinde ich als große Bereicherung.

Liebe Grüße aus Kanada

Ronja Schimmer